Der Markt für Edelmetallkatalysatoren erlebt derzeit deutliche Veränderungen in Angebot und Nachfrage, wobei Platingruppenmetalle (PGMs) besonders hervorstechen. Seit Anfang 2025 sind die Platinpreise um fast 50 % gestiegen und spiegeln damit die starke Entwicklung von Gold und Silber wider . Diese Marktdynamik ist auf einen drastischen Rückgang der Lagerbestände an den globalen Handelsplätzen zurückzuführen – die Nettoabflüsse aus den Platinreserven in London und Zürich halten seit 37 Monaten in Folge an. Die aktuell handelbaren Bestände liegen unter 200.000 Unzen, was lediglich dem weltweiten Verbrauch von drei Tagen entspricht. Dieser Lagerengpass trieb die impliziten Leasingraten für Platin mit einer Laufzeit von einem Monat auf einen Höchststand von 35 %, obwohl sie inzwischen auf 10 % zurückgegangen sind – immer noch deutlich über dem Normalniveau. Die Angebotsengpässe auf dem Markt für Edelmetallkatalysatoren betreffen nicht nur Platin: Die Palladiumpreise sind seit September 2024 um 33 % gestiegen und notieren derzeit bei rund 1.250 US-Dollar pro Unze. Marktteilnehmer sichern sich langfristige Lieferungen durch außerbörsliche Vereinbarungen und greifen dabei sogar auf unkonventionelle Praktiken wie den „Tausch von Gold gegen Platin“ zurück.
Eine detaillierte Analyse des Marktes für Edelmetallkatalysatoren zeigt, dass die Nachfrage hauptsächlich von Abgaskatalysatoren für Kraftfahrzeuge stammt und 40 % des weltweiten Platinverbrauchs ausmacht. Bei Palladium entfallen etwa 80 % der Nachfrage auf den Automobilsektor. Bis 2025 wird die Platinnachfrage im Automobilbereich voraussichtlich 3,25 Millionen Unzen erreichen und damit den höchsten Stand seit acht Jahren markieren. Die Marktanalyse muss politische Auswirkungen berücksichtigen, wie beispielsweise die gleichzeitige Einführung der Abgasnorm „National VII“ in der EU und China, wodurch der Platinverbrauch pro Fahrzeug von 4 auf 6 Gramm steigen wird. Gleichzeitig muss die Analyse Substitutionseffekte im Auge behalten, da der Trend, Palladium in ternären Metallkatalysatoren durch Platin zu ersetzen, anhält. Laut der Marktanalyse für Edelmetallkatalysatoren werden die Palladiumpreise bis 2025 voraussichtlich zwischen 800 und 1.200 US-Dollar pro Unze schwanken. Einige Prognoseinstitute gehen von einer breiteren Spanne von 751 bis 1.600 US-Dollar aus. Diese Unsicherheit hinsichtlich der Preisvolatilität ist vor allem auf geopolitische Faktoren zurückzuführen, insbesondere auf mögliche Sanktionen der USA gegen russisches Palladium durch die G7.
Der Markt für Edelmetallkatalysatoren weist zwei deutliche langfristige Trends auf. Die Entstehung der Wasserstoffwirtschaft hat neue Wachstumschancen für die Platinnachfrage geschaffen, da Protonenaustauschmembran-Brennstoffzellen bis zu 0,15 Gramm Platin pro Kilowatt benötigen. Die weltweite Produktion von Brennstoffzellenfahrzeugen wird bis 2025 voraussichtlich 800.000 Einheiten übersteigen, was einen direkten Anstieg der Platinnachfrage um 12 % zur Folge haben wird. Laut Prognosen von QYResearch wird der Absatz von Elektrokatalysatoren auf Basis von Platingruppenmetallen bis 2031 voraussichtlich stetig wachsen. Der zweite bedeutende Trend ist die steigende Investitionsnachfrage. Vor dem Hintergrund der Zinssenkungen der US-Notenbank und der globalen „Entdollarisierung“ wird Platin – ein seltenes Metall, das industrielle Anwendungsmöglichkeiten mit den Eigenschaften eines sicheren Hafens verbindet – in die Vermögensallokationen institutioneller Anleger aufgenommen. Globale Platin-ETFs verzeichneten im Juli 2025 Nettozuflüsse von 2,8 Tonnen, den größten monatlichen Anstieg seit 2023. Zentralbanken in Ländern wie Russland und Indien erhöhen zudem stillschweigend ihre Platinreserven über Drittkanäle. Diese Trends deuten darauf hin, dass sich der Markt für Edelmetallkatalysatoren von einer rein industriellen Nachfrage hin zu einem dualen Markt aus industriellen und Investitionstreibern verlagert.
Hinsichtlich des Marktvolumens ist das Platinangebot extrem begrenzt und hochkonzentriert. Die CPM Group schätzt die weltweite Platinproduktion im Jahr 2025 auf lediglich 5,5 Millionen Feinunzen – das entspricht 5–6 % der geschätzten Goldproduktion und weniger als 0,8 % der geschätzten Silberproduktion. Südafrika dominiert den globalen Platinmarkt mit einer prognostizierten Produktion von rund 3,9 Millionen Unzen bis 2025. Der Rest stammt hauptsächlich aus Russland und Simbabwe. Diese stark konzentrierte Angebotsstruktur macht den Markt für Edelmetallkatalysatoren anfällig für geopolitische Spannungen und die Innenpolitik der Förderländer. Der World Platinum Investment Council prognostiziert ein weltweites Platinangebotsdefizit von 18 Tonnen bis 2025, das möglicherweise bis 2027 anhalten wird. Hauptgrund für das schwache Angebotswachstum ist die Energiekrise in Südafrika, die die Kapazitätsauslastung auf lediglich 65 % reduziert hat. Darüber hinaus erstrecken sich die Recyclingzyklen von Platin über 8–10 Jahre, sodass der Anteil recycelten Platins am Gesamtangebot im Jahr 2025 nur 12 % beträgt – deutlich weniger als die 30 % bei Gold. Diese Faktoren deuten insgesamt darauf hin, dass der Markt für Edelmetallkatalysatoren in den kommenden Jahren ein enges Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage aufweisen wird.